Die Umkehrung der zellulären Alterung gilt als einer der größten Hoffnungsschimmer der modernen Medizin. Doch die Forschung steht vor zwei erheblichen Hürden: die Auswahl der richtigen genetischen Pfade und die Auswertung riesiger Datenmengen. Das Team um die Biologen Omar Abudayyeh und Jonathan Gootenberg setzt hier auf die KI-Plattform Co-Scientist, um beide Engpässe zu beseitigen und den Weg zur zellulären Verjüngung zu ebnen.
Der Kampf gegen die Seneszenz
Ihr Labor führt umfangreiche genetische Screens durch, bei denen Tausende Gene aktiviert oder deaktiviert werden. Ziel ist es, Zellen aus dem Seneszenz-Zustand – einem schädlichen Zustand, der direkt mit dem Altern verbunden ist – in einen jugendlichen Zustand zurückzuversetzen. Besonders Gewebe wie Haut, Haare und Muskeln stehen im Fokus dieser bahnbrechenden Arbeit.
KI als Doppelbeschleuniger
Co-Scientist unterstützt die Forschenden auf zwei entscheidenden Ebenen. Die KI generiert nicht nur vielversprechende Hypothesen, sondern beschleunigt auch die anschließende Datenanalyse erheblich.
Neue Ansatzpunkte für die Umkehrung der zellulären Alterung
Auf Anfrage durchforstete Co-Scientist Zehntausende wissenschaftliche Publikationen und entwickelte mehr als 20 völlig neue, plausible genetische Faktoren, die eine Verjüngung der Zellen herbeiführen könnten. Die anschließende Validierung im Labor zeigte bemerkenswerte Erfolge. Einige der von der KI empfohlenen Faktoren trieben Zellen tatsächlich in einen jüngeren Zustand mit deutlich verbesserten Funktionen.
Von Monaten zu Tagen
Die Analyse der gewaltigen Datenmengen stellt traditionell eine immense Zeitfalle dar. Forschende benötigen oft bis zu sechs Monate, um Ergebnisse aus großen Screens mit der bestehenden wissenschaftlichen Literatur in Einklang zu bringen und vielversprechende Richtungen zu identifizieren. Co-Scientist erledigt diese Aufgabe nun in wenigen Tagen. Die KI liest die Screening-Daten und gleicht sie nahezu in Echtzeit mit dem aktuellen Forschungsstand ab.
Forschende begeistert von der Effizienz
Omar Abudayyeh, Principal Investigator im Team, beschreibt das Erlebnis so: Die Zusammenarbeit mit Co-Scientist fühle sich an, als hätte man ein Team von 50 Personen zur Verfügung, das die Arbeit innerhalb eines Tages erledigt. Sein Kollege Jonathan Gootenberg ergänzt, dass die Biologie noch unzählige unbeantwortete Fragen aufwerfe. Das Team suche nach paradigmenwechselnden Entdeckungen – und genau diese könne Co-Scientist ermöglichen.
Quelle: https://deepmind.google/blog/fast-tracking-genetic-leads-to-reverse-cellular-aging/