Die Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz im Unternehmensbereich hat einen neuen Höchststand erreicht. Auf der Dell Technologies World bezeichnete NVIDIA-CEO Jensen Huang das Wachstum als „parabolisch, völlig parabolisch“. Zusammen mit Dell Technologies präsentierte er die nächste Generation der Dell AI Factory mit NVIDIA, die Agentic AI und Inference im Grossen Stil ermöglichen soll. Wir fassen die wichtigsten Ankündigungen zusammen.
Nachfrage nach Agentic AI erreicht Rekordniveau
Michael Dell, Chairman und CEO von Dell Technologies, eröffnete die Keynote mit einer eindrücklichen Prognose: Die weltweiten Investitionen in KI-Infrastruktur könnten bis 2030 zwischen drei und vier Billionen Dollar erreichen. Gleichzeitig soll der Token-Verbrauch um bis zu 3.400 Prozent steigen. Dell betonte, dass sich das Tempo der Veränderung nicht verlangsamen werde.
Jensen Huang unterstrich, dass Unternehmen die Ära der nützlichen KI erreicht haben. Prozesse, die früher Monate dauerten, lassen sich nun in Wochen, Tagen oder sogar Stunden umsetzen. Dieser Sprung in der Produktivität treibt die Rechenanforderungen allerdings massiv voran.
Neue Hardware-Generation für das KI-Zeitalter
Dell PowerEdge mit NVIDIA Vera Rubin
Das Herzstück der angekündigten Infrastruktur bildet der Dell PowerEdge XE9812 auf Basis des NVIDIA Vera Rubin NVL72. Das System verspricht für massiven Agentic-AI-Inference-Betrieb bis zu zehnmal niedrigere Kosten pro Token im Vergleich zum Vorgänger Blackwell.
Ergänzt wird das Portfolio durch die PowerEdge-Server XE9880L, XE9885L und XE9882L. Diese ersten Dell-Systeme basieren auf dem NVIDIA HGX Rubin NVL8 und unterstützen bis zu 144 GPUs pro Rack bei voller Flüssigkeitskühlung. Zudem stellte Dell den Dell PowerRack vor, ein vollintegriertes System aus Compute, Netzwerk und Storage, das von Grund auf auf KI-Workloads optimiert ist.
NVIDIA Vera CPU beschleunigt Enterprise-Workloads
Mit den Dell PowerEdge M9822 und R9822 bringt Dell die NVIDIA Vera CPU in die Unternehmenswelt. Die Prozessoren bieten eine Speicherbandbreite von 1,2 TB/s und sollen agentische Workloads um 50 Prozent schneller bearbeiten als x86-Architekturen. Datenbanken wie Starburst und DuckDB profitieren davon ebenso wie komplexe Analyse-Pipelines.
Sichere On-Premises-KI gewinnt an Bedeutung
Eine Umfrage von Dell zeigt, dass bereits 67 Prozent aller KI-Workloads ausserhalb der Public Cloud betrieben werden. 88 Prozent der befragten Unternehmen setzen dabei mindestens eine Workload On-Premises ein. Dell und NVIDIA adressieren diesen Trend mit NVIDIA Confidential Computing.
Google Distributed Cloud mit Gemini 3.0 ist nun in einer Vorschauversion auf Dell PowerEdge XE9780 mit NVIDIA Blackwell und Confidential Computing verfügbar. Auch SpaceXAI will seine Modelle lokal in der Dell AI Factory betreiben. Dabei bleiben Modelldaten und Unternehmensinformationen durchgehend geschützt.
Offene Modelle und wachsendes Software-Ökosystem
Neben proprietären Lösungen setzt Dell zunehmend auf offene KI-Modelle. NVIDIA Nemotron, Reflections Open-Source-Modelle sowie weitere Architekturen wie DeepSeek Pro und GLM 5.1 sind über den Dell Enterprise Hub auf Hugging Face verfügbar. Zudem integriert sich OpenAI Codex in die Dell AI Data Platform.
Neue Software-Partnerschaften mit Palantir, ServiceNow, CrowdStrike und Fortanix erweitern das Angebot für Agentic AI, Code-Assistenz und Computer Vision.
Vom Desktop bis ins Rechenzentrum
Künftig sollen Agenten nicht nur in Serverhallen, sondern auch direkt am Arbeitsplatz laufen. Mit Dell Deskside Agentic AI basierend auf NVIDIA Grace Blackwell (GB10 und GB300) lassen sich lokale Agenten mit dem NVIDIA NeMoClaw Stack und Nemotron Modellen betreiben. NVIDIA OpenShell sorgt dabei für eine sichere Runtime, die über die gesamte Dell AI Factory hinweg unterstützt wird.
Ausblick
Am zweiten Tag der Konferenz folgen weitere Details zu Vera CPU, Vera Rubin und Confidential Computing. Die gemeinsame Linie von Dell und NVIDIA mündet zudem in die kommende GTC Taipei auf der COMPUTEX vom 1. bis 4. Juni.
Quelle: NVIDIA Blog