Spezialisierte KI-Agenten dringen in zentrale Unternehmenssysteme vor – von Finanzen über Beschaffung bis hin zur Lieferkette und Fertigung. Auf der SAP Sapphire kündigten SAP und NVIDIA eine erweiterte Zusammenarbeit an, um diese autonomen Agenten mit Sicherheit und Governance auszustatten. Lesen Sie, wie die Open-Source-Runtime OpenShell Unternehmen hilft, Agenten vertrauensvoll im Tagesgeschäft einzusetzen.
Warum die Anwendungsebene den Unterschied macht
KI lässt sich als mehrschichtiges Modell beschreiben: Energie, Chips, Infrastruktur, Modelle und ganz oben Anwendungen. Genau auf dieser obersten Ebene entsteht ökonomischer Wert und Produktivität für Wissensarbeiter. SAP fungiert als wichtiger Katalysator in diesem Bereich, da das Unternehmen Finanz-, Beschaffungs- und Fertigungsworkflows betreibt, in denen Agenten strikt innerhalb von Richtlinien, Identitäten und Prozesskontrollen agieren müssen.
Diese zentrale Position macht SAP zu einem Schlüsseltreiber für die Adoption von Agentic AI im Unternehmensumfeld. Geschäftsagenten müssen Rollen, Prozesse, Berechtigungen und Datengrenzen verstehen. Sie benötigen zudem eine Ausführungsumgebung, die kontrolliert, was ein Agent sieht, welche Aktionen er ausführen darf und wo die Inferenz stattfindet.
OpenShell bringt Runtime-Sicherheit in die SAP Business AI Platform
Im Rahmen der Partnerschaft integriert SAP NVIDIA OpenShell direkt in die SAP Business AI Platform. OpenShell ist eine Open-Source-Runtime zur sicheren Entwicklung und Bereitstellung autonomer KI-Agenten. SAP-Entwickler arbeiten zudem Seite an Seite mit NVIDIA an der Weiterentwicklung des Open-Source-Projekts und tragen aktiv Code bei.
OpenShell bietet isolierte Ausführungsumgebungen, Policy-Enforcement auf Dateisystem- und Netzwerkebene sowie ein Containment auf Infrastrukturebene. Dieses schützt vor Schäden, wenn die Agentenlogik einmal versagt. Innerhalb der SAP Business AI Platform dient OpenShell als Sicherheitsschicht für alle SAP-KI-Agenten, einschließlich kundenspezifischer Agenten, die im Joule Studio erstellt werden.
Gemeinsam die Grundlagen für vertrauenswürdige Agentic AI schaffen
NVIDIA bringt eine einzigartige Perspektive ein: Das Unternehmen ist selbst langjähriger SAP-Kunde und betreibt eigene Finanz-, Lieferketten- und Logistikprozesse auf SAP-Systemen. Dieser gemeinsame Kontext hilft beiden Unternehmen, realistische Anforderungen an Enterprise-Governance zu verstehen und umzusetzen.
Gemeinsam arbeiten die Ingenieure an der OpenShell-Codebasis mit Fokus auf Runtime-Hardening, Policy-Modellierung, Enterprise-Identity-Integration sowie Auditing- und Governance-Hooks. Die Technologien ergänzen sich dabei auf elegante Weise. Während NVIDIA OpenShell die Frage beantwortet, ob eine Agentenaktion sicher ausgeführt werden kann, stellt die Joule Studio Runtime die unternehmerische Kontrollfrage, ob sie überhaupt passieren sollte. Zusammen schließen sie eine Lücke, die reine Anwendungssicherheit allein nicht decken kann.
Beschleunigter Weg zur produktiven Nutzung
Für SAP-Kunden, die eigene Agenten entwickeln, verkürzt sich der Weg in den produktiven Betrieb erheblich. NVIDIA NemoClaw, ein Referenz-Blueprint für die Entwicklung autonomer Agenten, wird direkt in Joule Studio verfügbar sein. Entwicklungsteams erhalten damit eine strukturierte Route vom ersten Prototyp bis zur vertrauenswürdigen Produktivsetzung, ohne Sicherheitsgerüste von Grund auf neu bauen zu müssen.
KI-Agenten schaffen nur dann nachhaltigen Wert, wenn Unternehmen ihnen ihre Daten anvertrauen können. Für viele Organisationen befinden sich diese Daten in SAP-Systemen, die als führende Systeme für Finanzen, Beschaffung und Lieferketten fungieren. SAP und NVIDIA stellen gemeinsam sicher, dass Agenten handlungsfähig bleiben und dabei stets die unternehmerischen Grenzen einhalten.
Quelle
Weitere Details zur Partnerschaft finden Sie im offiziellen NVIDIA-Blogbeitrag:
https://blogs.nvidia.com/blog/sap-specialized-agents/